Erhöhte Fressstände im Milchviehstall - Praxiserfahrung
Erhöhte Fressstände im Milchviehstall - Praxiserfahrung

Einfluss erhöhter Fressstände auf Sozial- und Fressverhalten von Milchkühen

In der heutigen Milchkuhhaltung wird 61 cm Fressplatzbreite pro Kuh traditionell als angemessen angesehen. Bei Fressfanggittern werden ca. 70 cm kalkuliert. Allerdings zeigten bisherige Studien, dass ein erhöhtes Platzangebot Verdrängungen reduzieren kann, wovon insbesondere rangniedere Tiere profitieren. Langjährige Erfahrungen mit erhöhten Fressständen zeigen einen positiven Effekt auf die Klauengesundheit.

Ziel der Untersuchung:

Erstes Teilziel war es, den Einfluss eines erhöhten Platzangebotes am Futtertisch auf die Häufigkeit von Verdrängungen und auf die Futteraufnahme zu untersuchen. Zweites Ziel war, herauszufinden, ob Trennbügel (feedstalls) den Tieren noch zusätzlichen Schutz bieten können.

Vorgehensweise:

Es standen im Laufstall der University of British Columbia 24 Holsteinkühe (darunter 9 Jungkühe) zur Verfügung.
Die Tiere wurden nach dem Kriterium Laktationstage sowie nach ihrer Milchleistung gleichmäßig in drei Gruppen eingeteilt:
a) 0,64 m Fressplatzbreite/Kuh
b) 0,92 m Fressplatzbreite/Kuh
c) 0,87 m Fressplatzbreite und erhöhte Fressstände (feedstalls)

Erhöhter Fressstand (feedstall):

erhöhter Fressstand - Abmessungen

Ergebnisse:

Verdrängungen [pro Kuh und Tag]

weniger Verdrängungen am Fressplatz bei Milchkühen auf erhöhten Fressständen

Deutlich weniger Verdrängungen bei erhöhten Fressständen!

Fressverhalten

Mehr Kühe am Fressplatz bei erhöhten Fressständen

Mehr Kühe am Fressplatz bei erhöhten Fressständen!

Schlussfolgerungen:

Breitere Fressplätze fördern die ungestörte, stressfreie Futteraufnahme, was besonders für rangniedere Kühe sehr wichtig ist. Die besten Ergebnisse hinsichtlich Verdrängungen und Fresszeiten erzielen erhöhte Fressstände (feedstalls)!

Quelle: T. J. DeVries1 and M. A. G. von Keyserlingk, 2006: Feed Stalls Affect the Social and Feeding Behavior of Lactating Dairy

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